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250.000ste Teilnehmerin beim Mammographie-Screening Mittelrhein

Schirmherrin Fürstin Gabriela nahm ebenfalls am Screening im Bus in Bad Neuenahr teil

Schirmherrin Fürstin Gabriela (Bildmitte) überreicht der 250.000sten Teilnehmerin Christa Hackl (4.v.li.) Blumen. Mit ihr freuten sich Dr. Vomweg (li.) und Dr. Schenk (re.), das Screening-Team des Busses sowie Vertreterinnen des Krankenhauses "Maria Hilf" Bad Neuenahr.

Bad Neuenahr/Koblenz: Am Mittwoch, den 8. Oktober 2014, konnte das Team des Mammographie-Screening-Programms Mittelrhein im Screening-Bus in Bad Neuenahr mit Christa Hackl (69 J.) aus Berg die 250.000ste Teilnehmerin begrüßen. „Wir freuen uns, dass das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm seit dem Start in 2007 so gut angenommen wird und die Frauen diese freiwillige, zusätzliche Untersuchung für sich nutzen“, hoben die beiden Programmverantwortlichen Ärzte des Screening-Programms Mittelrhein, Dr. Toni Vomweg und Dr. Jochen Schenk, in einer kleinen Feierstunde am Bus hervor. Die Schirmherrin des Früherkennungsprogramms Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein-Sayn überreichte der 250.000sten Teilnehmerin einen Blumenstrauß und einen Geschenkgutschein. Die Fürstin nahm an diesem Tag ebenfalls ihre Einladung zum Screening wahr und ließ sich eine Mammographie-Untersuchung machen.

„Ich finde es für uns Frauen sehr wichtig, dass wir die sehr guten und modernen Möglichkeiten der Früherkennung nutzen. Ich habe in der Familie vor Jahren erleben müssen, dass eine Brustkrebserkrankung zu spät erkannt wurde und es keine Heilungschancen mehr gab. Frauen können durch die regelmäßige Teilnahme an den empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen viel dazu beitragen, dass Brustkrebs schon sehr früh entdeckt werden kann und damit gute Behandlungs- und Heilungschancen hat“, unterstrich die Fürstin und setzte mit ihrer Teilnahme am Screening ein Zeichen für die Früherkennung.

Keine Angst vor der Mammographie: Auch die Fürstin nahm an diesem Tag ihre Einladung zur Screening-Untersuchung wahr und setzte so ein klares Zeichen für die Früherkennung.

Im Screening entdeckte Tumore sind meist gut behandelbar

Der Einführung des qualitätsgesicherten Mammographie-Screenings ist es aus Sicht der Radiologen Dr. Schenk und Dr. Vomweg auch zu verdanken, dass die bei den Screening-Teilnehmerinnen entdeckten Tumoren in 81 Prozent der Fälle in einem gut behandelbaren Stadium und ohne Lymphknotenbefall sind: Seit dem Start des Screenings in 2007 wurden bei den 250.000 untersuchten Frauen ca. 1.900 Brustkrebserkrankungen festgestellt. Bei 21 Prozent der im Screening-Programm Mittelrhein entdeckten Karzinome handelte es sich dabei um Krebsvorstufen (sog. DCIS) und bei 60 Prozent um das Stadium T 1 mit max. 2 cm Tumorgröße. „Durch das frühe Erkennen kann die Brust häufiger erhalten werden, eine Chemotherapie wird seltener erforderlich und die Prognose auf Heilung ist für die Frau besser“, machte Dr. Vomweg deutlich.

Mediziner sind alarmiert über negative Berichterstattung

Die beiden Mediziner sind deshalb auch alarmiert über die negative Berichterstattung zum Brustkrebs-Screening der letzten Wochen. „Bei uns hält sich die Teilnahmequote zwar im Moment relativ stabil bei ca. 60 Prozent, aber aus anderen Screening-Regionen hören wir, dass die Frauen zurückhaltender geworden sind und ihre Untersuchungstermine verstreichen lassen“, zeigt sich Dr. Schenk besorgt. „Bedenklich ist vor allem, wenn durch einseitige negative Schlagzeilen der Nutzen des Screenings in Frage gestellt wird und Studien, die den positiven Effekt der Früherkennung unterstreichen, in der Berichterstattung ausgeblendet werden. Damit kann im Kampf gegen Brustkrebs großer Schaden angerichtet werden.“

Durch ambulante Abklärung lassen sich OPs vermeiden

Der in der Negativberichterstattung erweckte Eindruck, dass es durch das Screening häufig zu sog. „Übertherapien“ komme und Frauen unnötig operiert würden, ist aus Sicht der beiden Radiologen so nicht richtig. „Verdächtige Befunde werden erst einmal mit einer ambulant entnommenen Gewebeprobe, einer Nadelbiopsie, abgeklärt. Fast in allen Fällen ist es möglich, vor der Operation zu klären, ob ein Brustkrebs vorliegt oder nicht. Sehr selten ist bei unklaren Befunden eine operative Gewebeprobe erforderlich“, erklärt Dr. Vomweg. Und Dr. Schenk ergänzt: „Theoretisch könnte ein Brustkrebs behandelt werden, der zu Lebzeiten einer Frau nicht gesundheitsbedrohlich aufgefallen wäre („Überdiagnose“). Da wir aber zurzeit keine Möglichkeit haben, die „Harmlosen“ von den „Bösen“ zu unterscheiden, wird wohl kaum jemand freiwillig auf eine Behandlung verzichten wollen.“

Studien belegen: Screening rettet Frauen das Leben

International besetzte Gremien kämen übereinstimmend zu dem Ergebnis, so die Radiologen, dass in Ländern, wo das Screening schon viele Jahre eingeführt sei, sich die Brustkrebssterblichkeit um bis zu ca. 30 Prozent reduzierte. Studien belegten, dass bezogen auf 1.000 Teilnehmerinnen 5 Leben durch die regelmäßige Inanspruchnahme der qualitätsgesicherten Mammographie gerettet werden.

„Für das deutsche Screening-Programm müssen wir noch bis 2020 warten bis eine entsprechende Auswertung vorgenommen werden kann. Aber nach den Erfahrungen, die wir in der Zusammenarbeit mit allen am Screening beteiligten Ärzten machen, sind wird überzeugt, dass die Auswertung den Nutzen des Screening belegen wird“, sind Dr. Schenk und Dr. Vomweg überzeugt.